Der dritte RUB Teachers´ Day – auch mit chemischer Beteiligung

Zum dritten Mal lud die Professional School of Education der Ruhr-Universität Lehrkräfte aus ganz NRW zum RUB Teachers‘ Day ein. Am 30.04.2022 standen bei einer der ersten großen Präsenzveranstaltungen an der RUB über 50 Dozierende aus den lehrerausbildenden Fakultäten bereit, um über aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft zu informieren, fachliche und fachdidaktische Expertise bereitzustellen und die Vernetzung zwischen Schule und Hochschule zu festigen.
Zum Auftakt begrüßten Rektor Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Paul und die Direktorin der Professional School of Education, Prof. Dr. Gabriele Bellenberg die Lehrkräfte an der Ruhr-Universität Bochum. Anschließend eröffnete Bärbel Bas, Präsidentin des Deutschen Bundestages, mit einer beeindruckenden Rede zum Thema „Demokratiebildung ein Auftrag für Schule und Gesellschaft“ den 3. Teachers‘ Day an der Ruhr-Universität.
Im Anschluss daran ging es für die mehr als 220 Lehrkräfte zum Fortbildungsprogramm. Die Lehrkräfte hatten die Möglichkeit, aus 20 Angeboten am Vormittag und 24 am Nachmittag auszuwählen. Mit dabei waren auch zwei Angebote des Lehrstuhls für Didaktik der Chemie der Fakultät für Chemie und Biochemie.

„Electric Escape – Ein Escape Room zur Elektrochemie“

Am Vormittag lud Dr. Christian Strippel (Didaktik der Chemie / Alfried Krupp-Schülerlabor - Bereich MINT, s. Bild rechts) die Lehrkräfte dazu ein, in „Electric Escape – Ein Escape Room zur Elektrochemie“ ein abwechslungsreiches Unterrichtsformat kennenzulernen. "Den Teacher's Day im Ganzen und den Workshop zum Electric Escape im Besonderen habe ich als sehr gelungen empfunden. Selbst wieder einmal in die Rolle einer Schülerin/eines Schülers zu schlüpfen und das Escape Game so kennenzulernen, brachte nicht nur einen großen Spaßfaktor mit sich, sondern konnte auch gut vermitteln, dass Schule und Unterricht sich immer weiterentwickeln können und die Grenzen für abwechslungsreichen Unterricht, der trotzdem der Vermittlung von fachlichen Kompetenzen dient, noch lange nicht erreicht sind. Tolle Idee und super umgesetzt.", resümierte Luisa Carow, Lehrerin vom Helmholtz-Gymnasium in Dortmund und eine Absolventin unserer Fakultät. Mit 15 weiteren Lehrkräften versuchte sie in 60 Minuten ein Rätsel zu knacken, bei dem die Lösung auf den ersten Blick ganz naheliegend schien. Doch mussten die Teilnehmer:innen feststellen, dass die Befreiung aus dem Escape Room erst mit koordinierter Zusammenarbeit und durchdachtem Experimentieren glückte. Auch für Workshop-Leiter Dr. Christian Strippel hat sich der Teachers‘ Day gelohnt. „Die Lehrkräfte haben sich beim Ausprobieren des Electric Escape begeistert dem spielerischen Experimentieren hingegeben. In der anschließenden Diskussion haben Sie aber sofort wieder in Ihre Rolle als Expert:innen für den Umgang mit Schüler:innen zurückgewechselt und sich gegenseitig und mir so wertvolle Anregungen gegeben, wie wir das Format sowohl für Schülerlabor als auch Schule weiterentwickeln können.“

Analogien zum chemischen Gleichgewicht in Erklärvideos

Am Nachmittag luden Adrian Gursch und Prof. Dr. Katrin Sommer (beide Didaktik der Chemie) die Lehrkräfte zum Workshop „Balkenwaagen, Löcher graben, Geld austauschen – Analogien in Erklärvideos“ ein. Das Konzept für den Workshop entstand im Promotionsprojekt von Adrian Gursch, welches im BMBF-geförderten DiAL:OGe-Projekt (s.u.) angesiedelt ist und nun als Theorie-Praxis-Transfer erstmalig mit Lehrkräften erprobt wurde. Nicht nur bedingt durch die Corona-Pandemie, sondern auch durch veränderte Lern- und Lehrgegebenheiten in Schule und darüber hinaus finden Erklärvideos immer mehr Berücksichtigung im Schulkontext. Wie komplexe Inhalte fachlich und zielgruppengerecht mit Hilfe von Erklärvideos vermittelt werden können, haben acht Lehrkräfte anhand fünf populärer Erklärvideos zum chemischen Gleichgewicht auf YouTube am Beispiel der darin enthaltenen Analogien analysiert. Das Potenzial eines solchen Formates, aber auch die gleichzeitigen Gefahren wurden abschließend ausführlich diskutiert. „Da Erklärvideos mittlerweile zur Lebensrealität von Schüler:innen gehören, interessiert es Lehrende natürlich, was sich die Jugendlichen da eigentlich Zuhause ansehen und was das für den eigenen Unterricht bedeutet. Durch die gemeinsame, intensive Analyse der Erklärvideos wurde in spannenden und anregenden Diskussionen deutlich, dass Erklärvideos oft viel mehr von den Lernenden verlangen, als auf den ersten Blick sichtbar ist.“, resümierte Adrian Gursch die Veranstaltung.
Nicht nur für die Lehrkräfte, sondern auch für die Expert:innen aus der Didaktik der Chemie war dies ein besonderer Tag: schließlich stand er auch ganz im Zeichen des Wiedersehens mit Alumni der Fakultät. Und die waren zahlreich gekommen.

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